Die Eurythmie baut auf die Gesetze der Sprache und in der Toneurythmie auf die Gesetze der Musik auf. - Musik und Sprache sind jedoch nicht Dinge ausserhalb des Menschen, sie sind den Menschen bis konkret in seinen physischen Bau gestaltende Kräfte. Deshalb wirken Bewegungen aus den Gesetzen der Sprache und der Musik gesundend, befreiend, zu sich selbst findend - denn in der Arbeit am Körper bewege ich Geist und be-geistert wirke ich an meinem Körper und er wird Instrument meines Wesens.

 

Um zu der Gestaltung von musikalischen oder sprachlichen Prozessen zu finden, ist der Mensch angehalten, in einen wahrnehmenden Prozess von Sprache oder Musik einzutauchen (und damit in einen Prozess seines eigenen Wesens) - dies jedoch, ohne sich zu verlieren, sondern vollbewusst, mit der Präsenz seines Ichs. Der künstlerische Gestaltungsprozess baut auf dieser Präsenz auf. Das eigene Wesen wird gestaltbildend. (- Etwas übrigens, was man wissenschaftlich bereits in der Quantentheorie heraus gefunden hat, ohne jedoch die Konsequenz für das eigene Leben zu ziehen und durch das Tor hindurch zu treten!)