HERZZEIT. Eurythmie zur Erkraftung des Ätherherzens

  

Weil wir einander Zufallende sind

in mein und dein Herz Fallende

im Herzen auferstehend als Wunsch

Antwort zu sein

auf die Frage der Erde in uns…

 

Es ist ein Buch vom Herzen, es ist aber auch ein Buch vom Wort und vom Menschen. Und ein

Eurythmiebuch ist es deshalb, weil die Eurythmie Antworten geben kann auf Herzensfragen, also auf Fragen, die das Herz an das Leben hat.

Es beginnt mit grundlegenden Übungen zum Wahrnehmen des Herzraumes und geht über zu Übanleitungen für eine Eurythmie, die aus dem Herzen geboren wird. Kleine Gedichte aus der Lyrik dem 20. Jahrhundert bilden den Herzraum des Buches.

Die Essenz aller Herzeurythmie wird in einer Art Technik der Ich-Bin-Worte aus dem Johannes-Evangelium ausgearbeitet.


ICH BIN DAS LICHT DER WELT. Eurythmie verstehen durch das Johanneische Christentum

  

Die Eurythmie kam im September 1912 durch Lory Smith zur Erde. Sie war damals eine junge Frau und

ihre Mutter hatte bei Rudolf Steiner nach der Möglichkeit für einen Beruf ihrer Tochter gefragt, die sich gerne bewegte und eine Art Gymnastik suchte. Rudolf Steiner antwortete darauf mit der Bewegungs-kunst, die später den Namen «Eurythmie» bekommen sollte.

Im Mai 1908 jedoch, also vier Jahre früher, hielt Rudolf Steiner in Hamburg Vorträge über das

Johannesevangelium. Auch Margaretha Woloschina, eine russische Malerin, war anwesend. In ihren Lebenserinnerungen «Die grüne Schlange» schildert sie, wie Rudolf Steiner nach dem ersten Vortrag zu ihr trat und sie fragte, ob sie das tanzen könne. Er hatte von dem Logos gesprochen, aus dem alles in der Welt hervorgegangen war und der auch den Menschen hervorbrachte, welcher schliesslich fähig war, den Logos als Wort aus sich heraus, aus seinem Innern, erklingen zu lassen. Sie antwortete spontan nur, dass sie glaube, man könne alles tanzen, was man fühlt. Dass darin ein Hinweis Rudolf Steiners nach etwas ganz Neuem, das sie durch diese Frage aufgreifen mochte, von ihm erhofft war, das konnte Margaretha Woloschina damals noch nicht merken. Erst später, als es die Eurythmie dann gab, begriff sie diese Frage als einen Impuls, den sie hätte ergreifen können.

  

Dieses Buch ist ein Versuch, diese Kraft des Johannesevangeliums, nach der Rudolf Steiner gefragt hatte, ins Bewusstsein zu heben und mit dem Wesen der Eurythmie als untrennbar verbunden, sichtbar zu machen. Im ersten Teil werden die Vorträge, die Rudolf Steiner in Hamburg hielt, ihrem Inhalt nach, so wie sie als Keim der Eurythmie entfaltet werden, geschildert. Im zweiten Teil werden diese Keime in der Kunst der Eurythmie gesucht und die Eurythmie in Zusammenhang gebracht mit der johanneischen Kraft.

 

In einem zweiten Teil wird der Logosstrom, der von Ephesus hin zum ersten Goetheanum geht, wo die

Eurythmie Haus des Wortes entwickelt wurde, und in dem der Prolog des Johannesevangeliums mitten drin steht, beleuchtet.